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Analog agieren, digital kommunizieren

Buch- und Medienwirtschaft. Verkauf und Produkte anlog, Kommunikation digital.

Erfolge
  • Wiener Unternehmer freuen sich über U-Bahn-Förderungszusage

    Betriebe, die unmittelbar vom U-Bahn-Bau betroffen sind, können eine finanzielle Unterstützung beantragen.

  • Für die Branche wurde viel erreicht

    Seit 2015 sind die Persönlichen Dienstleister eine eigene Fachgruppe. Die Interessenvertretung hat in dieser Zeit wichtige Basisarbeit geleistet, sagt Fachgruppenobmann Charly Lechner. Imagearbeit und Qualitätssicherung spielen dabei eine große Rolle.

  • Ein starker Impuls für den Standort

    Vergabe-Bonus. Die Stadt will Wiener Betriebe beim Vergabewesen stärker berücksichtigen. Ein großer Erfolg für das Engagement der Wirtschaftskammer Wien, freut sich Maria Smodics-Neumann, Obfrau der Sparte Gewerbe und Handwerk

"Buchhändler und Verleger können an der Digitalisierung nicht vorbei, auch wenn sie ihre Produkte weiterhin offline vertreiben", sagt Georg Glöckler, Obmann der Wiener Fachgruppe Buch- und Medienwirtschaft. 

Als Interessenvertretung für alle, die Bücher herausbringen, ausliefern, verlegen und verkaufen - so sieht sich die Wiener Fachgruppe Buch- und Medienwirtschaft, in der mehr als 1200 Unternehmen aus den Bereichen Buch- und Zeitschriftenhandel, Verlag sowie Buchgrossisten (Großhändler, der Buchhändler beliefert) vereint sind. In der Praxis seien die Berufsgruppen stark miteinander verflochten und auch voneinander abhängig, sagt Fachgruppenobmann Georg Glöckler. Immerhin sind Buchhändler die Kunden der Verlage.

Neue Verlage brauchen vor allem Basisinformationen

Diese beiden Branchen haben sich zuletzt unterschiedlich entwickelt. Die Buchhandlungen leiden unter Online-Konkurrenz und haben schwer zu kämpfen, um ihre Umsätze zu halten. Horrende Mieten erschweren Übernahmen vor allem in Wiener Top-Lagen. Die Folge: Die Zahl der Buchhandlungen in der Bundeshauptstadt geht seit Jahren langsam zurück. Anders bei den Verlagen. Obwohl auch sie durch große Online-Händler, die Preise und Konditionen diktieren, zusehends unter Druck geraten, wächst die Branche langsam, aber stetig. Die meisten Neugründungen sind Klein- und Kleinstverlage, die nur wenige Bücher im Programm haben, sagt Glöckler. Die Fachgruppe liefert ihnen alle fürs tägliche Geschäft wichtigen Basisinformationen.

Zu Themen wie Branchenorganisation, zu Kalkulation oder Kundengewinnung gibt es laufend Beratungen, Seminare, Info-Veranstaltungen und Netzwerk-Events. Und das, wie der Fachgruppenobmann betont, „im Unterschied zu freien Branchenverbänden gratis”. Bei den Buchhändlern setzt die Fachgruppe auf Imagearbeit und Bewusstseinsbildung, um sie im Preis- und Konkurrenzkampf zu stärken. Wiener Buchhändler zahlen hier ihre Steuern, ausländische Onlinehändler nicht - das müsse getrommelt werden, gleichzeitig die Service- und Beratungsleistungen des stationären Buchhandels betont, sagt Glöckler. Unabhängig davon müssten sich Buchhändler aber damit befassen, wie sie künftig ihre Käufer ansprechen. Die Digitalisierung nicht ignorieren und auf neuen Kanälen aufsetzen, rät er:

„Verkauf und Produkte anlog, Kommunikation digital.”

Die Fachgruppe bietet auch dazu Information und Beratung - sowohl für Buchhändler als auch für Verlage, die bei diesem Thema „etwas offener” seien.

Interessenvertretung ist wichtige Arbeit im Hintergrund

Im Gegensatz zur Service- und Imagearbeit, die der einzelne Verlag oder Buchhändler sieht und spürt, passiert Lobbying im Hintergrund. Diese Arbeit sei den Mitgliedern schwieriger zu erklären, dennoch von höchster Wichtigkeit, betont Glöckler. So konnte die Branchenvertretung 2016 die im Zuge der damaligen Steuerreform geplante Anhebung der Umsatzsteuer auf Bücher auf 13 Prozent abwenden. Auch zum Thema Ausbildung leistet die Fachgruppe wichtige Überzeugungsarbeit - vor allem bei den Betrieben. „Vielen fehlen Ressouren und Möglichkeiten, um Lehrlinge auszubilden”, so Glöckler. Trotzdem sei es eine wichtige Investition in die Zukunft. Dass mehrere Betriebe einen Lehrling gemeinsam ausbilden, sei eine mögliche Lösung, derzeit aber noch viel zu bürokratisch. „Das muss deutlich einfacher werden”, sagt Glöckler.

Quelle: Wiener Wirtschaft

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