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Bis wohin gilt gering?

Für viele Unternehmer ist die Valorisierung steuerlicher Grenzbeträge ein wichtiges Thema. Dazu gehört auch die dringende Erhöhung des Grenzbetrags für die sofortige Absetzbarkeit geringwertiger Wirtschaftsgüter (§ 13 im Einkommensteuergesetz EStG) von derzeit €400,- auf €1500,-. Auch wenn das auf den ersten Blick nach einer kleinen Steuermaßnahme aussieht, wäre eine Valorisierung dieses Grenzbetrags eine große Erleichterung!

Erfolge

Denn derzeit darf ein abnutzbares Anlagegut nicht mehr als 400 Euro netto (ohne Umsatzsteuer) kosten, damit man die Anschaffungs- oder Herstellungskosten sofort als Betriebsausgabe absetzen kann. Kostet die Anschaffung allerdings auch nur einen Euro mehr, muss man sie ins Anlageverzeichnis aufnehmen. Darüber hinaus wurde trotz Inflation und allgemeiner Preisentwicklung die Abschreibungsgrenze von €400,- - mit Ausnahme einer geringfügigen Anpassung aufgrund der Euro-Umstellung - seit 1982 nicht mehr angehoben. Der derzeitige Grenzbetrag ist für viele Selbstständige eine Belastung und bremst Investitionen in notwendige Wirtschaftsgüter in vielen Fällen ein. Denn alleine bei der Anschaffung von EDV-Ausstattung wie z.B. einem Computer, Organizer oder Drucker ist die Grenze von jeweils €400,- netto schnell überschritten.

Eine Anhebung der Grenze würde nicht nur eine Senkung der Verwaltungslasten für die Unternehmen bedeuten, sondern auch Vorzieheffekte bei den Investitionen in Güter unter €1.500,- bringen. Darunter fallen zahlreiche Produktgruppen, die in Österreich eine hohe Wertschöpfung haben wie z.B. Geschäftseinrichtungen, Büromöbel, Werkzeuge, kleinere Maschinen, Textilien, Küchengeräte, Waschmaschinen, Beleuchtung, Software, etc. Freie Dienstnehmer würden ebenfalls von einer Erhöhung der GWG Grenze profitieren. Sie können geringwertige Wirtschaftsgüter steuerlich absetzen, die einem freien Dienstnehmer beruflich dienen, z. B. Geschäftseinrichtung, Computer, Drucker, Fahrzeuge, Maschinen.

Dass eine Erhöhung nicht nur einfach möglich, sondern auch praktikabel sein kann, hat uns Deutschland vor einigen Wochen vorgemacht: Im April wurde die Grenze in Deutschland von €410,- auf €800,- angehoben. Das Bundesfinanzministerium teilte mit, man erwarte (bei einer sofortigen Anhebung auf damals diskutierte €1.000,-) Steuereinbußen in der Höhe von 445 Millionen Euro, 1,5 Milliarden Euro im Jahr 2017 und rund 860 Millionen Euro für 2019.

Auch in Österreich werden unsere Ideen bestätigt: Eine WIFO Studie aus dem Oktober 2016 kommt zum Erkenntnis, dass geringere Unternehmenssteuern, moderne Abschreibungsmethoden und gezielte Anreize für private Investitionen sich auf Standortattraktivität und Wachstumstreiber auswirken. Sie empfiehlt gezielte steuerliche Anreize umzusetzen.

Damit möglichst viele Unternehmen von einem Investitionsanreiz profitieren können, sollte eine Kombination aus einer Anhebung der Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter und der Einführung eines Investitionsbetrages umgesetzt werden. Mehr zur Wiener Investitionszuwachsprämie haben Sie auf Seite 11 schon gelesen.

Von Martin Puaschitz, Wirtschaftsbund Obmann der Fachgruppe Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie in der Wirtschaftskammer Wien

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