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„Schubladendenken ist überholt”

Modern denken und handeln und den Servicegedanken weiter hoch halten - das ist das Credo des neuen Wiener Innungsmeisters Wolfgang Lederhaas. Die steigende Sensitivität gegenüber chemischen Rohstoffen sieht er als Herausforderung für die Branche.

Erfolge
  • Leichtere Pauschalierungen. Erleichterung für Kleinunternehmer

    Bisher lag die Grenze, um als Kleinunternehmen zu gelten und damit von der Umsatzsteuer befreit zu sein, bei 30.000€ Jahresumsatz. Jahrelang blieb dieser Wert unverändert und wurde seit dem Jahr 2007 nicht an die Inflation angepasst.

  • Anhebung der GWG-Grenze. Erleichterung für alle Selbstständigen

    Aus eigener Erfahrung weiß jeder Betrieb, dass der Kauf eines Laptops, Smartphones, Druckers, von Software(-lizenzen) oder anderer Büroausstattung recht schnell recht teuer werden kann. Nichts ist ärgerlicher, als ein Anlageverzeichnis für diese Dinge zu führen und auf die korrekte Abschreibungsdauer achten zu müssen.

  • Kinderbetreuungsgeld: Neuregelung erreicht

    Bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) wurde ein Jungfamilienfonds eingerichtet. Er soll Selbstständige unterstützen, die wegen einer Fristversäumnis Kinderbetreuungsgeld zurückzahlen mussten.

Als „ziemlich heterogene Gruppe” beschreibt Wolfgang Lederhaas, seit April neuer Innungsmeister der chemischen Gewerbe Wiens, seine gut 550 Betriebe starke Branche, zu der kleine Seifenhersteller ebenso zählen wie Schädlingsbekämpfer, Farbenerzeuger, chemische Labors oder lokale Niederlassungen großer, internationaler Pharmakonzerne. Größte und stetig wachsende Berufsgruppe sind die Kosmetikhersteller - seit der Gewerbeordnungsreform 2017 ein freies Gewerbe. Obwohl Lederhaas nichts von protektionistischem Branchenschutz hält, findet er das bedenklich. „Die gesetzlichen Anforderungen in diesem Metier steigen ständig, man muss tausende Substanzen kennen, Hygienevorschriften beachten - und gleichzeitig keinerlei Qualifikation nachweisen.” Die Innung biete neuen Betrieben deshalb aktiv Unterstützung und Information an.

„Wir weisen sie auf den WIFI-Lehrgang für Kosmetikhersteller hin, in dem die wichtigsten Basics vermittelt werden”, sagt Lederhaas.

Die steigende Sensitivität gegenüber chemischen Stoffen zieht sich durch alle Berufsgruppen. „Green chemisty” - also Methoden und Stoffe zu finden, die Umwelt und Gesundheit möglichst nicht belasten - sei das Schlagwort der Stunde, sagt der studierte Geistes- und Naturwissenschafter. „Was nicht schaden kann, wirkt aber auch nicht”, bringt er das Problem auf den Punkt. Dass immer mehr chemische Substanzen Restriktionen unterliegen, betreffe auch die Schädlingsbekämpfer, deren Arbeitsmittel so laufend eingeschränkt werden.

In der Innungsarbeit will der neue Branchenvertreter „den Servicegedanken hoch halten” und dabei moderne Wege der Kommunikation und Information nutzen. Betriebsbesuche und Branchenfrühstücke mit Fachvorträgen zu aktuellen Themen sollen den Kontakt der Betriebe zu ihrer Innung stärken und intensivieren. Für die Schädlingsbekämpfer und die chemischen Labors wurden eigene Berufsgruppensprecherinnen bestellt. „Ein Kopf kann nicht alles können”, so Lederhaas, selbst Kosmetikerzeuger.

Schubladendenken - hier die Arbeitnehmer, da die Wirtschaft, hier das Handwerk, dort die Industrie - hält er für überholt. „Wir kommen nur alle gemeinsam ans Ziel”, setzt er bewusst auf die Vernetzung mit der Industrie - „die sind oft näher an Informationen dran”, den Behörden und auch Konsumentenvertretern.

Aktiv der modernen Zeit begegnen - das ist Lederhaas’ Credo. Eine Patentlösung gebe es allerdings nicht. Jeder Betrieb müsse sich bewusst machen, was die neuen digitalen Möglichkeiten für ihn bedeuten und wie und wo er sie einsetzen könne.

„Moderne Tools verschaffen einen Vorsprung”, ist der Innungsmeister überzeugt.

Quelle: Wiener Wirtschaft

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