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Die Frequenz steigt, das müssen wir nützen

Eine Analyse der Bewegungsdaten in der Kärntner Straße und der Mariahilfer Straße zeigt, dass die Passantenfrequenz wieder steigt. Diese beiden Einkaufsstraßen sind unter normalen Umständen jene, die in Wien die meisten Besucher anlocken. Wirtschaftskammer Wien-Präsident Walter Ruck: "Wir brauchen aber auch die internationalen Touristen und wir sollten über Tourismuszonen ernsthaft diskutieren."

Erfolge

Corona hat in den Wiener Einkaufsstraßen ein gewaltiges Loch gerissen. Das zeigen Besucherstrommessungen von A1 im Auftrag der Wirtschaftskammer seit Anfang März. Doch es geht aufwärts und die Lücke hat sich - zumindest teilweise - wieder geschlossen. 

Positiv ist, dass wir die Inlandsfrequenz wieder in die Höhe gebracht haben. Klar ist aber auch, dass Wien den internationalen Tourismus braucht. Deshalb müssen wir hier möglichst schnell - soweit es die Gesundheitspolitik erlaubt - in einen Zustand wie vor Corona kommen. Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer (WK) Wien

Einen wichtigen Beitrag dazu wird das "Safe Stay"-Gütesiegel leisten. Die Fachgruppe Hotellerie der WK Wien hat es entwickelt. Das Gütesiegel kennzeichnet Wiener Beherbergungsbetriebe, die mit ihren Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen deutlich über den aktuell geforderten Standards liegen. Mehr Informationen dazu gibt es unter www.safestayvienna.at

Tourismuszonen in den Fokus rücken

Gleichzeitig muss sich Wien aber auch schon jetzt für die Post-Corona-Zeit rüsten. Das gilt besonders für den schwer gebeutelten Städtetourismus und damit verbunden für den Handel. Ruck: "Die Frequenz steigt, nutzen wir sie. Wir werden sehr ernsthaft über das Thema Tourismuszonen diskutieren müssen. Gerade für den Wiederanfang des Handels in der Innenstadt wird es notwendig sein, dass wir alle unsere Potenziale nutzen können. Wir werden auch um jeden Arbeitsplatz ringen müssen."

Sonntagsöffnung für Geschäfte

Tourismuszonen mit der Möglichkeit zur Sonntagsöffnung für Geschäfte bringen Wien laut Berechnungen der KMU Forschung Austria einen zusätzlichen Umsatz von 140 Millionen Euro pro Jahr und 800 neue Arbeitsplätze. Die WK Wien schlägt solche Zonen, sie funktionieren übrigens in den anderen Bundesländern bestens, für die City, die Mariahilfer Straße und den Bereich um Schloss Schönbrunn vor.

Besucherzahlen in den Einkaufsstraßen

Die Frequenzmessungen von A1 belegen nun sehr deutlich, wie drastisch der Touristenanteil in den Einkaufsstraßen eingebrochen ist. Während sich der Anteil heimischer Besucher mittlerweile deutlich erholt hat, bewegen sich die Zahlen bei den ausländischen Gästen nach wie vor im Minimalbereich (siehe Grafiken weiter unten).

Mit Beginn des Lockdowns sind die Besucherzahlen sowohl auf der Kärntner Straße als auch auf der Mariahilfer Straße auf knapp zehn Prozent des Vor-Corona-Niveaus gesunken. Im Lauf der schrittweisen Lockerungen der Maßnahmen steigen die Zahlen dann wieder an: Mit der Öffnung der Kleingeschäfte auf 20 Prozent (diese hat noch relativ wenig gebracht), mit der Öffnung von Großgeschäften und Friseuren auf 60 Prozent und mit der Öffnung der Gastronomie auf knapp 70 Prozent.

Betrachtet man die Vergleichszahlen der einzelnen Wochentage, wird sichtbar, dass sich mittlerweile auf der Kärntner Straße am Samstag dieselbe Anzahl an Österreichern wie vor dem Lockdown aufhält. Unter der Woche ist das Vor-Corona-Niveau noch nicht erreicht. Dies lässt sich wahrscheinlich auf die verstärkte Home-Office-Tätigkeit zurückführen. Die Österreicher kommen wieder in die City - wenn sie (wie am Samstag) Zeit haben. Dieses Potenzial könnte man auch am Sonntag nutzen, um den Handel zu unterstützen - und so auch den Tourismus aus den anderen Bundesländern anzuregen. 

Auf der Mariahilfer Straße liegen die Besucherzahlen der Österreicher bei 50 bis 65 Prozent im Vergleich zu 2019. Dieses Verhältnis bleibt von Montag bis Sonntag konstant auf dem gleichen Niveau. 

Fast so viele heimische Passanten wie in Vor-Corona-Zeiten

Beim Vergleich der Passentenfrequenz nach Wienern, anderen Bundesländern und Ausländern zeigt sich, dass auf der Kärntner Straße bereits wieder fast so viele Wiener wie in der Vor-Corona-Zeit unterwegs sind. Auf der Mariahilfer Straße liegen diese Zahlen bei 65 Prozent. Besucher aus den Bundesländern erreichen auf der Kärntner Straße schon einen hohen Wert von 73 Prozent. Im Gegensatz dazu liegt dieser auf der Mariahilfer Straße bei erst 39 Prozent. Bei den ausländischen Gästen zeigt die Frequenzmessung Werte von 18 Prozent (Kärntner Straße) bzw. 58 Prozent (Mariahilfer Straße) des Vor-Corona-Niveaus. Verglichen mit 2019 fehlen auf der Kärntner Straße vor allem die Touristen. Auf der Mariahilfer Straße fehlen aus allen drei Bereichen noch Passanten.

Die Österreicher kommen an allen Wochentagen in die City. Sie sollten alle Angebote nützen können. Walter Ruck, WK Wien-Präsident

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