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Digitalsteuer belastet heimische Unternehmen

Online-Werbeabgabe trifft Händler und Werber - Einfuhrumsatzsteuer für Importe von Kleinsendungen aus Drittländern sind hingegen ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Erfolge
  • Leichtere Pauschalierungen. Erleichterung für Kleinunternehmer

    Bisher lag die Grenze, um als Kleinunternehmen zu gelten und damit von der Umsatzsteuer befreit zu sein, bei 30.000€ Jahresumsatz. Jahrelang blieb dieser Wert unverändert und wurde seit dem Jahr 2007 nicht an die Inflation angepasst.

  • Anhebung der GWG-Grenze. Erleichterung für alle Selbstständigen

    Aus eigener Erfahrung weiß jeder Betrieb, dass der Kauf eines Laptops, Smartphones, Druckers, von Software(-lizenzen) oder anderer Büroausstattung recht schnell recht teuer werden kann. Nichts ist ärgerlicher, als ein Anlageverzeichnis für diese Dinge zu führen und auf die korrekte Abschreibungsdauer achten zu müssen.

  • Kinderbetreuungsgeld: Neuregelung erreicht

    Bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) wurde ein Jungfamilienfonds eingerichtet. Er soll Selbstständige unterstützen, die wegen einer Fristversäumnis Kinderbetreuungsgeld zurückzahlen mussten.

„Die Einführung der Digitalsteuer auf Online-Werbung hat mit Steuergerechtigkeit gegenüber ausländischen Internetkonzernen leider wenig zu tun. Das Ziel ist richtig, nur dieser Weg ist absolut kontraproduktiv und bittet die Falschen zur Kassa. Sie macht Werbung für unsere Betriebe teurer“, kritisiert Rainer Trefelik, Handelsobmann der WK Wien.

Entgegen den Plänen der Politik werden große Internet-Konzerne weiter gestärkt. Die nächsten Schritte sind vorprogrammiert: Gleich der Vorgangsweise bei Printprodukten wird auch die Online-Werbeabgabe von den Internet-Konzernen direkt an die werbenden Unternehmen weiterverrechnet werden. 
 
Druck auf Betriebe steigt
Als wäre der Druck der Online-Riesen auf heimische Betriebe nicht groß genug, folgt jetzt eine Strafe für jeden stationären Händler, der sein Geschäft digitalisiert und einen Online-Shop eingerichtet hat. Wenn ein Unternehmen seine Aktivitäten zukünftig über Suchmaschinen und Social Media Plattformen bewirbt, werden die erhöhten Werbekosten spürbar.

„Unsere heimischen Händler sind letztlich diejenigen, die die Online-Abgabe zahlen, während die ausländischen Online-Multis ihre in Österreich erwirtschaften Gewinne noch immer nicht voll versteuern müssen“, so Trefelik. 


 
Weitere Belastung für Werbewirtschaft


„Durch die Online-Werbeabgabe wird auch die heimische Werbewirtschaft weiter belastet, weil sie eine attraktive Preisgestaltung erschwert und die Bürokratie zusätzlich erhöht“, ergänzt Martin Heimhilcher, Information und Consulting-Obmann der WK Wien.

Heimhilcher weiter: „Anstatt die Werbewirtschaft zu entlasten und die Werbeabgabe ersatzlos zu streichen, hat die Politik eine zusätzliche Steuer auf Werbung erfunden. Am Ende des Tages zahlen sie die kleinstrukturierten heimischen Betriebe. Steuergerechtigkeit gegenüber ausländischen Online-Riesen wird so nicht hergestellt, ganz im Gegenteil.“ Die WK Wien fordert seit Jahren die Abschaffung der Werbeabgabe.
 
Erfolg bei Kleinsendungen
Ein wichtiger und dringend nötiger Erfolg für den heimischen Handel ist der Wegfall der Umsatzsteuerbefreiung für Kleinsendungen aus Drittstaaten. Zukünftig sind Pakete aus China oder den USA nicht mehr bis zu einem Warenwert von 22 Euro abgabenfrei, sondern ab dem ersten Cent einfuhrumsatzsteuerpflichtig. „Ein Schritt in die richtige Richtung. Diese Steuerbefreiung wurde häufig von internationalen Online-Händlern genutzt, um durch falsche Deklarationen in Österreich keine Umsatzsteuer abführen zu müssen“, erklärt Trefelik.

Quelle: Wirtschaftskammer Wien

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