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Frauen in der Politik – was bringt die Wahl?

Perspektivenvielfalt stärkt die Wirtschaft und damit den Wirtschaftsstandort Österreich. Doch was bewegt speziell Frauen in die Politik zu gehen, was möchten sie einbringen und wo liegen ihre Schwerpunkte?

Erfolge

Diese und noch mehr Fragen wurden unter der Moderation von Bettina Pepek, Geschäftsführerin der Agentur kommunikationsraum, bei einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion im forum mozartplatz diskutiert. Forums-Obfrau Birgit Kraft-Kinz begrüßte die interessierten Gäste bei der Frühstücksdiskussion, die gemeinsam mit EUWA - European Union of Women Austria durchgeführt wurde, einer NGO zur Stärkung von Frauen in ganz Europa. Die Diskutantinnen: Nurten Yilmaz (Nationalratsabgeordnete, SPÖ), Maria Smodics-Neumann (Spartenobfrau Gewerbe und Handwerk in der Wiener Wirtschaftskammer und Kandidatin zum Nationalrat, ÖVP), Alev Korun (Nationalratsabgeordnete, Die Grünen) und Beate Meinl-Reisinger (Klubvorsitzende Neos Wien, Kandidatin zum Nationalrat).

Alev Korun stieg als Erste in die Diskussion ein und bemängelte, dass bei einem Frauenanteil von 51% in der Gesellschaft weibliche Abgeordnete im Parlament mit nur 31% deutlich unterrepräsentiert wären. In der Analyse der heißen Wahlkampfphase zeigte sie sich etwas enttäuscht von der Auswahl der Spitzenkandidaten: „Ich hätte mir zumindest 50% weibliche Spitzenkandidatinnen gewünscht, es gibt aber nur eine“, so Korun. Das Reißverschlussprinzip bei den Grünen wäre ihrer Meinung nach leider oft als verpflichtende Frauenquote missverstanden worden, „doch ohne dieses System hätten wir vermutlich nicht so viele weibliche Abgeordnete im grünen Klub“, so Korun. 

Beate Meinl-Reisinger entgegnet, dass die NEOS mit Irmgard Griss freiwillig eine tolle Kandidatin zum Nationalrat haben. Griss würde politisch etwas bewegen wollen und müsse niemandem etwas beweisen. „Ich bin zudem sehr stolz, dass die ersten drei Listenplätze in Wien von Frauen besetzt sind und wir im Bund mit einer starken Doppelspitze in die Wahl gehen“, so die Wien Chefin der NEOS. Sie sieht freiwillige Selbstverpflichtungen zur Erhöhung der Frauenquoten positiv und möchte das aus skandinavischen Ländern bekannte „Nudging“ auch in Österreich stärker propagieren.

Diese Motivation teilt auch Maria Smodics-Neumann: „Wir müssen nämlich aufpassen, dass wir nicht sämtliche Bereiche des menschlichen Zusammenlebens gesetzlich zu Tode regulieren. Ich ziehe Werbung, Motivation und die Schaffung von Anreizen immer vor“ sagt die Unternehmerin. Gegründet hat Smodics-Neumann ihren Betrieb in einem klassischen Frauenbereich, der Maßschneiderei. Ihre Arbeit in der Interessenvertretung ist jedoch stark männlich dominiert, obwohl die Mitgliederzahlen nach dem Geschlecht ausgeglichen sind. Trotzdem gäbe es laut ihr überhaupt keine Geschlechterkonkurrenz in der Arbeit „ganz einfach weil man sich zusammentut, um die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für alle zu verbessern. Darum  müssen wir auch Frauenpolitik und Politik, die von Frauen gemacht wird, klar trennen. Das ist die Diversität, die wir in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft brauchen.“

„Ich bin eine ewig Unzufriedene, denn anders geht’s nicht“, beschreibt sich Nurten Yilmaz selbst von einer kämpferischen Seite. Als gelernte Starkstromtechnikerin war sie lange Zeit das einzige Mädchen im Betrieb und der Berufsschule. Sie gibt zu bedenken, dass Kinder heute vor ganz anderen strukturellen Problemen stehen. Auch sie macht sich Gedanken über den Rückgang weiblicher Abgeordneten im Nationalrat: „Wir hatten schon einmal 40% Frauen im Parlament, der Rückfall auf die jetzigen 31% geht also ganz schnell.“  Echte Gleichstellungspolitik bedeutet für sie: „Platz machen für Frauen. Da bringt es auch nichts, Gremien einfach nur um ein paar Frauen zu erweitern, das habe ich oft selbst erlebt.“ Ein Zurückstecken kommt für sie aber nicht in Frage, schließlich werde es „immer Widerstände geben, wenn Männer auf Positionen verzichten müssen.“

Die lebhafte Diskussion zu den Themen Mindestlohn, Kinderbetreuung, Pensionen und persönliche (Macht-)Netzwerke wurde auch durch zahlreiche und teils kontroverse Fragen und Beiträge aus dem Publikum genährt. Dabei zeigten sich viele Gemeinsamkeiten aber auch große Unterschiede zwischen den Kandidatinnen und ihren Parteien im Hintergrund.

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