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Handel braucht Gerechtigkeit

Ausländische Onlinehändler sollen dieselben Steuern und Abgaben leisten wie heimische Betriebe, fordern die Wiener Modehändler. Auch die Ladenöffnungszeiten müssten überdacht werden.

Erfolge
  • Leichtere Pauschalierungen. Erleichterung für Kleinunternehmer

    Bisher lag die Grenze, um als Kleinunternehmen zu gelten und damit von der Umsatzsteuer befreit zu sein, bei 30.000€ Jahresumsatz. Jahrelang blieb dieser Wert unverändert und wurde seit dem Jahr 2007 nicht an die Inflation angepasst.

  • Anhebung der GWG-Grenze. Erleichterung für alle Selbstständigen

    Aus eigener Erfahrung weiß jeder Betrieb, dass der Kauf eines Laptops, Smartphones, Druckers, von Software(-lizenzen) oder anderer Büroausstattung recht schnell recht teuer werden kann. Nichts ist ärgerlicher, als ein Anlageverzeichnis für diese Dinge zu führen und auf die korrekte Abschreibungsdauer achten zu müssen.

  • Kinderbetreuungsgeld: Neuregelung erreicht

    Bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) wurde ein Jungfamilienfonds eingerichtet. Er soll Selbstständige unterstützen, die wegen einer Fristversäumnis Kinderbetreuungsgeld zurückzahlen mussten.

„Wir kämpfen nicht gegen den Online-Handel per se, sondern für Gerechtigkeit”, betont Herbert Gänsdorfer, Obmann des Wiener Gremiums für den Einzelhandel mit Mode und Freizeitartikeln. Und konkretisiert: „Auch ausländische Verkaufsplattformen sollen ihre Erträge dort versteuern müssen, wo sie gemacht werden.”

Große gegen kleine Betriebe - so habe sich bis vor kurzem der Wettbewerb im Wiener Modehandel abgespielt. Jetzt heiße es eher online gegen stationär, sagt Gänsdorfer - allerdings unter ungleichen Bedingungen. Derzeit leisten internationale Online-Riesen wie Amazon oder Zalando für ihre Österreich-Umsätze weder Steuern noch Abgaben. Dazu müssen sie sich auch nicht an alle Vorschriften wie die Verpackungsentsorgungspflicht halten. Das benachteiligt heimische Händler extrem stark, sagt Gänsdorfer. Die Einführung der digitalen Betriebsstätte würde für Steuergerechtigkeit sorgen. In diese Richtung lobbyiere er für seine Mitglieder auch in der Politik, und zwar bei jeder Gelegenheit. „Da lasse ich nicht locker.”

Eigene Betriebe online-fit machen

Gänsdorfer ist überzeugt, dass auch die heimischen Händler online-affiner werden müssen. In diese Richtung geht auch die Arbeit des Gremiums, das rund 4000 Mitgliedsbetriebe zählt: Neben Modehändlern auch Sportartikel-, Lederwaren- und Schuhhändler. Für sie gibt es E-Commerce-Schulungen und eine Digitalisierungsförderung, etwa für Aufbau oder Überarbeitung der Website. Weiters fördert das Gremium Expertenunterstützung für die rechtliche Überprüfung von Online-Auftritten oder Webshops.

Fortgesetzt wird auch die 2017 gestartete #Echtshopper-Kampagne des Gremiums, die ein Statement für den Einkauf in den Wiener Modegeschäften ist. „Damit ist es uns gelungen, Konsumenten und Mitgliedsbetriebe zu sensibilisieren”, so Gänsdorfer.

Generell rät er seinen Branchenkollegen, den Dienstleistungs- und Servicefaktor in ihren Betrieben stärken zu betonen. Die Mitarbeiter seien dabei „das wichtigste Marketinginstrument.” Dass viele Hersteller eigene Shops - online oder stationär - betreiben, verschärfe den Druck im Einzelhandel weiter. Sein Rat: Das Sortiment möglichst unvergleichbar machen, „weg vom Mainstream”.

Bezogen auf seine wirtschaftliche Bedeutung würden die Anliegen des Handels generell zuwenig gehört, meint der Branchenobmann. So sei das Thema Sonntagsöffnung derzeit „eingeschlafen”, wie er sagt. Er selbst ist mittlerweile davon überzeugt, dass der Wiener Handel diese Möglichkeit braucht. „Online-Plattformen haben rund um die Uhr geöffnet. Wir müssen schauen, dass die Kaufkraft in Wien bleibt”, sagt er. Er drängt deshalb auf eine rasche sozialpartnerliche Einigung zu diesem Thema. 

#Echtshopper sprechen jetzt Wienerisch

Mit der Fortsetzung der #EchtshopperKampagne macht das Wiener Landesgremium für den Einzelhandel mit Mode und Freizeitartikeln erneut Stimmung für den Einkauf in Wiens Modegeschäften. Stars der Kampagne sind Kabarettistin und Schauspielerin Angelika Niedetzky, die als Testimonial fungiert, und die hochwertigen Tragtaschen - heuer in kräftigen Frühlingsfarben und mit Wiener Dialektausdrücken versehen. Dazu gibt es beim Einkauf noch ein „Kleines Wiener Wörterbuch” für die Kunden.

Niedetzkys #Echtshopper-Lieblingsspruch ist „Nur net hudln!”, sagt sie. „Weil ich mir beim Stöbern und Stierln gerne alle Zeit der Welt lasse.” Mehr über Niedetzky und die #Echtshopper-Kampagne ist in den kommenden Wochen auf Social Media-Kanälen zu sehen.

Mitglieder des Gremiums erhalten die Tragtaschen und Wörterbücher gratis (max. 200 Stück). Es gibt noch Restmengen.

wko.at/wien/mode-freizeitartikel-eh

Quelle: Wiener Wirtschaft

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