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Immobilienmakler im Umbruch. Was die Branche bewegt…

Gerade in den letzten Monaten ist die Leistung des(r) Immobiliendienstleister – im Besonderen des Maklers - wieder ins Gespräch gekommen und ist damit leider auch zum Spielball der Politik geworden. So geht das Thema Bestellerprinzip gerade durch die Medien, wobei man hier bei Diskussionen auf erschreckendes Unwissen über das Leistungsbild des Maklers stößt.

Erfolge

Mit dem Ziel, die derzeit herrschende Wohnungsknappheit beseitigen zu wollen und Wohnen günstiger zu machen, würde man durch die Abschaffung der Mieterprovision (und darauf würde ja die Schaffung eines geplanten Bestellerprinzips abzielen) sicher das Pferd von hinten aufzäumen.

Der Entfall der Mieterprovision wäre zwar eine Maßnahme, die einmalig einen finanziellen Vorteil für den Wohnungssuchenden bringen würde, allerdings würde bei den Interessenten und Wohnungssuchenden doch wahrscheinlich Zweifel aufkommen, ob in diesem Fall eine beidseitige Vertretung, zu der ein Makler ja per Gesetz verpflichtet ist, tatsächlich gegeben sein würde. Auch für die Eigentümer hätte es meiner Ansicht nach negative Auswirkungen, da anzunehmen ist, dass die Fluktuation auf dem Mietmarkt aufgrund sinkender Kosten beim Wohnungswechsel enorm ansteigen würde. Davon abgesehen treten seit kurzem Plattformen auf dem österreichischen Markt auf, auf denen Vermieter von Wohnungen gegen kleines Entgelt Wohnungen ohne Makler bewerben und auf welchen in Form eines Matchings Mietinteressenten geeignete Immobilien finden können. Auch diese Lösung klingt auf den ersten Blick für Mieter und Vermieter praktisch, zeitsparend und billig, allerdings unterliegen diese Vertriebswege definitiv nicht den Grundsätzen des Maklergesetzes oder der Immobilienmaklerverordnung, dem Datenschutz und auch nicht den Aufklärungspflichten des Konsumentenschutzgesetztes, wodurch die Interessen des Wohnungssuchenden geschmälert werden würden.

Offenbar ist es uns noch nicht ausreichend gelungen zu kommunizieren und darzulegen, welche Leistungen ein Immobilienmakler wirklich zu vollbringen hat, bzw. dass er bei einer Vermarktung zu mehr verpflichtet ist, als nur „die Wohnung im Internet auf die Plattformen zu stellen und dann aufzusperren“ – die Arbeiten im Vorfeld wie beispielsweise die richtige Preisgestaltung, die Einholung und Prüfung der erforderlichen Unterlagen, die Beratung der Vermieter- und natürlich auch der Mieterseite und noch viele andere mehr sind den meisten Kunden nicht bewusst. Der Wirtschaftsbund Wien versucht nun durch eine gezielte Informationskampagne Aufklärung zu bieten, um ganz bewusst durch die „Sichtbarmachung“ der Leitung des Maklers auf eine Verbesserung des Images des Berufsstandes hinzuwirken.

In Broschüren, die den Abgebern und Interessenten beim ersten Termin übergeben werden sollten, sind einerseits die Unterlagen angeführt, die für einen reibungslosen Verkaufs- oder Vermietungsprozess vorliegen sollen, aber auch alle Leistungen, die der Makler dem Kunden bietet bzw. welche der Kunde auch erwarten kann. Diese sollen endlich aktiv über die tatsächlichen Leistungen und Pflichten eines Maklers informieren und so zur Sensibilisierung der Kunden beitragen, indem diesen das umfangreiche Leistungspaket des Maklers bewusst wird.

Die mietrechtlichen Richtwerte wurden heuer mit 1.4.2017 erhöht, nachdem letztes Jahr durch ein weiteres Mietrechtliches Inflationslinderungsgesetz (MILG) die eigentlich zweijährig festgelegte Erhöhung auf Basis des Verbraucherpreisindex ausgesetzt worden war. Dadurch können die Richtwertmieten nun um 3,5% angehoben werden (entspricht einer 3-jährigen Inflationsentwicklung zwischen 2013 und 2016), falls eine entsprechende Wertsicherungsklausel im Mietvertrag vereinbart worden ist.

Dass offenbar auch diese Erhöhung in einem mietzinsreglementierten Markt Teil einer Diskussion zum Thema „leistbares Wohnen“ war, zeigt schon, wie emotional und teilweise befreit von sachlichen Argumenten das Thema Wohnen in gewissen Kreisen diskutiert wird.

Von Sandra Bauernfeind, Immobilienmaklerin und Wirtschaftsbund-Ausschussmitglied der Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder

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