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Jetzt bewerben: Wiener Unternehmen suchen 2300 Lehrlinge

Offene Lehrstellen in allen Sektoren und Branchen der Wirtschaft – Corona erschwert die Lehrlingssuche – WK Wien, AMS Wien und waff wollen gemeinsam Jugend mobilisieren und unterstützen Betriebe bei der Lehrlingssuche

Erfolge

Die Wiener Ausbildungsbetriebe suchen derzeit intensiv nach Nachwuchskräften. Mehr als 2300 Lehrstellen sind ausgeschrieben. „Das zeigt, welche Bedeutung das Nachwuchs-Thema in den Betrieben hat, gerade auch in schwierigen Zeiten. Denn in der Lehre ist Kontinuität wichtig – heute ausbilden, um morgen Fachkräfte zu haben, darum geht es. Die Folgen der Krise werden uns noch länger beschäftigen. Um sie zu bewältigen, braucht es bestens qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, betont Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien.
 

„Wir wollen daher auch an diese Zielgruppe appellieren und sie motivieren, sich genau zu überlegen, ob eine Lehre nicht der passendere Weg ist, um den eigenen Berufstraum zu verwirklichen“  - Walter Ruck


Freie Lehrstellen in allen Branchen

Gesucht wird in allen Branchen: Vom Gewerbe und Handwerk über Handel, Banken und Industriebetriebe bis zum Bausektor und dem Verkehr. Auch im Tourismus- und Freizeitsektor wird – trotz der seit gut einem Jahr überaus schwierigen Situation der Betriebe – Nachwuchs gesucht. So sind in Wien derzeit 70 Lehrstellen allein für Köche ausgeschrieben. Lehrbeginn ist meist im Sommer mit Start des neuen Ausbildungsjahres.  

Corona erschwert Lehrlingssuche, Umsteiger aus höheren Schulen fehlen

Trotz eines Überhangs an Lehrstellensuchenden (4000 Jugendliche sind beim AMS als lehrstellensuchend registriert, weitere 3000 machen eine Überbetriebliche Lehrausbildung) klagen viele Unternehmen heuer über weniger Bewerbungen als sonst. Grund sind die Pandemie-bedingten Einschränkungen: Berufsorientierung trat in den Schulen aufgrund von Distance Learning in den Hintergrund, Berufsinfo-Messen fanden nicht oder nur online statt, Berufsschnuppern ist nur unter Sicherheitsauflagen möglich. Zudem fehlen den Betrieben heuer massiv die Umsteiger aus berufsbildenden höheren und mittleren Schulen. Sie stellen sonst etwa ein Viertel aller Lehranfänger in Wien. Weil die Regeln für das Aufsteigen mit „Nicht genügend“ gelockert wurden, verbleiben viele im Schulsystem, obwohl sie besser für eine praktische Berufsausbildung geeignet wären.

WK Wien bietet Unterstützung für Jugendliche und Betriebe

Die WK Wien startet demnächst eine Online-Marketingkampagne, mit der Jugendliche auf die offenen Lehrstellen und den Karriereweg Lehre aufmerksam gemacht werden sollen. Dazu gibt es Unterstützung für Jugendliche bei der Berufswahl im Berufsinformationszentrum der Wiener Wirtschaft (BiWi) mit Berufsinformation, Stärken-Schwächen-Analysen und Bewerbungstipps. Auch Betriebe werden bei der Lehrlingssuche unterstützt: Bewerber können im BiWi Orientierungs-Checks absolvieren, die ihre Kompetenzen und Stärken abbilden - für die Unternehmen ein Kriterium, das bei der Auswahl hilft. Darüber hinaus berät, informiert und begleitet das Team der WK Wien-Lehrlingsstelle Unternehmen in allen Phasen der Lehrlingsausbildung.  

waff setzt Schwerpunkt mit Maßnahmen für Qualifizierung und Jugend

Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke: „Die Wiener Wirtschaft braucht für eine nachhaltige Erholung nach der Coronakrise in erster Linie gut ausgebildete Fachkräfte. Dafür müssen wir heute die Voraussetzungen schaffen. So legen wir auch bei den Angeboten des Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds einen Schwerpunkt auf die Qualifizierung von Fachkräften. Das reicht vom Gesundheits- und Pflegebereich, wo wir den Ausbau unserer Jobs plus Ausbildung mit dem Wiener Ausbildungsgeld kombiniert haben, über den Handel, die Gastronomie bis hin zur IT Branche. Insgesamt stellen wir heuer die Rekordsumme von 120 Millionen Euro für neue Jobchancen der Wienerinnen und Wiener bereit.“ Vor allem junge Menschen brauchen jetzt sichere Ausbildungsplätze und echte Chancen auf einen guten Start in den Beruf. Das ist die wichtigste Grundlage für ihre weitere berufliche Karriere und damit für ein entsprechendes Einkommen. „Angesichts der Coronakrise haben wir daher sehr rasch gerade auch für Jugendliche neue Maßnahmen gestartet“, unterstreicht Hanke. Beispiele dafür sind das 17 Millionen Euro schwere Wiener Ausbildungspaket für junge, arbeitslose WienerInnen oder auch der Corona Ausbildungsverbund für Betriebe der schwer betroffenen Wiener Hotellerie und Gastronomie, wo Lehrlingen ihre Ausbildung fortsetzen können - kostenlos für die Betriebe. Die Stadt Wien kooperiert bei all diesen Maßnahmen eng mit den Sozialpartnern und dem AMS Wien. „Dank dieser großartigen Zusammenarbeit werden wir die Krise gemeinsam stemmen und gestärkt daraus hervorgehen,“ zeigt sich Hanke überzeugt. „Ich freue mich daher auch sehr, dass viele Wiener Ausbildungsbetriebe trotz dieser schwierigen Zeit auf die Ausbildung ihrer künftigen Fachkräfte setzen und jungen Menschen somit gute Zukunftsperspektiven bieten. Sie haben mit ihrem Engagement eine wichtige Vorbildwirkung für andere Unternehmen“, so der Stadtrat.

AMS sieht Dynamik auf dem Lehrstellenmarkt

Für AMS-Wien-Chefin Petra Draxl ist derzeit eindeutig genug Dynamik auf dem Lehrstellenmarkt, um mit guten Erfolgsaussichten auf Lehrstellensuche gehen zu können. „Es gibt viele interessante Lehrberufe, von der Hoch- und Tiefbautechnik über Einzelhandel etwa im Sport- oder auch Einrichtungsbereich bis hin zur Binnenschifffahrt, die jedes Jahr wieder Lehrlinge sucht“, sagt Draxl. Entscheidend sei, eine Berufsausbildung fertig zu machen und eventuell sogar mit Matura abzuschließen. „Wir wünschen uns natürlich, dass sich noch mehr Wiener Betriebe bereit erklären, junge Leute auszubilden.“ Das AMS Wien verfügt für 15- bis 25-Jährige über ein breites Angebot zur Unterstützung auf dem Arbeitsmarkt. Anfang dieses Jahres hat das U25 seinen Vollbetrieb aufgenommen, jener Standort, an dem AMS Wien und Stadt Wien ihre Angebote rund um Arbeits-, Bildungs- und soziale Belange für Jugendliche und junge Erwachsene bündeln. Aber auch abseits dieses Standorts gibt es in ganz Wien die BerufsInfoZentren des AMS Wien, an dem umfassend zum Berufsein- und -umstieg, zu Berufsbildern und Ausbildungswegen informiert wird. Für Jugendliche, bei denen die Suche auf dem ersten Lehrstellenmarkt nicht gleich klappt, gibt es die Überbetriebliche Lehrausbildung, die zum Lehrabschluss in vielen Berufen führt. Und nicht zuletzt: Das AMS gewährt Betrieben, die Lehrlinge ausbilden, einen finanziellen Zuschuss in Form der Lehrstellenförderung.

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