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Krammer: „Man muss die Branche von innen kennen”

Von der Rechtsberatung bis zum Branchenlobbying: Das Gremium der Handelsagenten ist immer nah an seinen Mitgliedern dran, sagt der Wiener Branchenobmann Walter Krammer.

Erfolge
  • Leichtere Pauschalierungen. Erleichterung für Kleinunternehmer

    Bisher lag die Grenze, um als Kleinunternehmen zu gelten und damit von der Umsatzsteuer befreit zu sein, bei 30.000€ Jahresumsatz. Jahrelang blieb dieser Wert unverändert und wurde seit dem Jahr 2007 nicht an die Inflation angepasst.

  • Anhebung der GWG-Grenze. Erleichterung für alle Selbstständigen

    Aus eigener Erfahrung weiß jeder Betrieb, dass der Kauf eines Laptops, Smartphones, Druckers, von Software(-lizenzen) oder anderer Büroausstattung recht schnell recht teuer werden kann. Nichts ist ärgerlicher, als ein Anlageverzeichnis für diese Dinge zu führen und auf die korrekte Abschreibungsdauer achten zu müssen.

  • Kinderbetreuungsgeld: Neuregelung erreicht

    Bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) wurde ein Jungfamilienfonds eingerichtet. Er soll Selbstständige unterstützen, die wegen einer Fristversäumnis Kinderbetreuungsgeld zurückzahlen mussten.

„Die Handelsagenten bekommen hier die bestmögliche Unterstützung”, beschreibt Walter Krammer, Obmann des Wiener Gremiums der Handelsagenten, die Gremialarbeit. Krammer vertritt gut 2000 Mitglieder, die als selbstständige Unternehmer Warenverkäufe vermitteln - als Bindeglied zwischen ihren Auftraggebern, den Produzenten, und deren Kunden, dem Einzel- oder manchmal auch dem Großhandel. Große Agenturen sind in der Branche eher die Ausnahme. 70 Prozent der Handelsagenten sind Ein-Personen-Unternehmen, sagt Krammer. Für sie ist das Beratungsangebot des Gremiums besonders wichtig - von der kostenlosen Einführungsberatung für Brancheneinsteiger über den guten Rat bei Steuer- und Berufsfragen bis zur Gratis-Unterstützung durch einen eigenen Rechtsanwalt, „einen exzellenten Experten für das Handelsagentenrecht”, wie Krammer betont. Es gibt Muster-Vertretungsverträge in fünf Sprachen sowie Unterstützung bei der - vom Gremium ausgehandelten - Rechtsschutzversicherung für Handelsagenten: Zur Erstprämie leistet das Gremium einen Zuschuss von 100 Euro. Gerade der einfache und kostenfreie Zugang zu rechtlicher Beratung sei für die Kleinbetriebe wichtig, betont Krammer. Wer beispielsweise aus Unkenntnis der genauen Rechtslage einen nachteiligen Vertretungsvertrag abschließt, kann sich selbst nämlich großen Schaden zufügen. Die Fachgruppen sieht er als Organisationen mit eminenter Bedeutung.

„Nur wer die Branche von innen kennt, kann für sie etwas bewegen” - Walter Krammer

Krammer setzt sich daher für den Vorsteuerabzug für betrieblich genutzte Pkw, die Anpassung der Tages- und Nächtigungsgelder und der Abschreibungsdauer von Pkw an die tatsächliche Nutzungsdauer ein. Zudem träumt er davon, dass kleine und kleinste Handelsagentenbetriebe europaweit den Gerichtsstandort wählen können, wenn nach Auflösung von Vertretungsverträgen Ausgleichszahlungen strittig sind. Rechtlich schwer umsetzbar. Dennoch hält der Obmann an der Idee fest: „Unser Anliegen ist vor allem der Schutz der Kleinbetriebe. Sie sind für die Wirtschaft und für unsere Branche enorm wichtig.”

Neue Workshopreihe zum Thema Digitalisierung

Eine ebenfalls wichtige Serviceschiene sind Weiterbildungsangebote. Heuer im September startete das Gremium eine siebenteilige Workshopreihe zur Digitalisierung, die auf Handelsagenten zugeschneidert ist. „Die ersten Termine waren nach kurzem ausgebucht, wir mussten Zusatztermine einschieben”, ist Krammer stolz.

Quelle: https://news.wko.at/

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