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„Der Konsument hat es selber in der Hand”

Papierhandel. Die Branche hat schwer mit der Konkurrenz durch branchenfremde Diskonter und Supermärkte zu kämpfen. Die Kunden könnten durch bewusstes Einkaufen den Fachhandel und damit die Nahversorgung stärken, sagt Branchenobmann Erwin Bugkel.

Erfolge

Erwin Bugkel ist nachdenklich. Der Branchenobmann der Wiener Papier- und Spielwarenhändler blättert im Flyer einer bekannten Diskonterkette. Im Angebot: Hefte, Stifte, Schulsachen. „Alles zu Billigpreisen”, sagt Bugkel. Natürlich sei der Schulstart für seine Branche nach wie vor wichtig, „der Auftakt zur stärksten Saison, die dann bis Dezember geht”, sagt Bugkel. Seit Jahren werde aber die Konkurrenz durch Branchenfremde immer stärker, die gerade zu dieser Zeit Schul- und Papierwaren zu Schleuderpreisen anbieten. Dass die Sachen durchgehend aus Fernost kommen und mit Qualitätsprodukten nichts zu tun haben, komme beim Konsumenten schon nicht mehr an, beklagt er. Große Supermärkte bieten gleich das ganze Jahr über ein breites Sortiment an Papier- und Schreibwaren an - auch Markenware, wie sie der Fachhandel vorwiegend führt.

Weniger Konkurrenz sieht Bugkel dagegen im Onlinehandel. Vielleicht noch bei höherpreisigen Schreibwaren oder Schultaschen. „Bei Heften, Stiften oder Radiergummis ist das aber kaum ein Thema”, sagt er. Für den Fachhandel werde es dennoch von Jahr zu Jahr schwieriger zu bestehen. Auch das heurige Jahr ist laut Bugkel in der Branche umsatzmäßig bisher nicht besonders rosig gelaufen.

Mit Sortiment und Service punkten

Die einzige Chance der Betriebe sei es, sich von der branchenfremden Konkurrenz abzuheben. „Man muss etwas anderes bieten”, sagt der Branchenobmann. Zum Schulstart etwa Spezialprodukte für Linkshänder, fundierte Beratung und Auswahl zum Thema Schultaschen oder ein Schulbuch-Einpack-Service. Längerfristig könnten seine Branche und der Fachhandel generell nur überleben, wenn man bei den Konsumenten ansetzt, ist er überzeugt. Nur wer regelmäßig im Grätzel einkauft, stärkt und sichert den Fachhandel und damit die Nahversorgung, das müsse die Botschaft sein. „Man muss klarmachen: Der Konsument hat es in der Hand”, unterstreicht Bugkel.

Quelle: Wiener Wirtschaft

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