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Unsere Betriebe brauchen den Dritten Markt

Wirtschaftskammer Wien-Präsident Walter Ruck und Christoph Boschan, CEO der Wiener Börse, setzen sich für Maßnahmen zur Belebung des Wiener Kapitalmarkts und die Öffnung des Dritten Markts für heimische Unternehmen ein. Gemeinsam haben sie ihre Forderungen präsentiert.

Erfolge

Nach zehn Jahren Wirtschaftskrise und schwachem Wirtschaftswachstum brummt der Konjunkturmotor nun endlich wieder - und das weltweit. Um diese Chancen jedoch optimal nutzen zu können, müsse die Politik die Rahmenbedingungen für neue Investitionen verbessern, lautet eine Forderung der WK Wien. Ein wesentlicher Bestandteil dabei ist es, auch für Klein- und Mittelunternehmen (KMU) einen Zugang zur Wiener Börse zu schaffen. „Unternehmen, die expandieren und investieren wollen, benötigen Kapital - und zwar Eigenkapital, nicht nur Fremdkapital”, betont Ruck. Seit der Wirtschaftskrise sei eine jährliche Investitionslücke von zwei Milliarden Euro entstanden, argumentiert Ruck. „Die kann nur durch frisches Kapital geschlossen werden. Und dazu braucht es einen Umbau des Kapitalmarkts und eine Stärkung des Börsenstandorts Wien”, so Ruck, der unter anderem die Öffnung des Dritten Markts an der Wiener Börse für heimische KMU erreichen will (siehe auch Kasten unten).

Eine Forderung, die auch Christoph Boschan, CEO der Wiener Börse, unterstützt: „Volkswirtschaften mit entwickelten Kapitalmärkten haben mehr Wachstum und erholen sich schneller von Krisen.” Daher sollte man auch den Wiener Kapitalmarkt stärken - und dazu gehöre eben auch, den Dritten Markt für heimische Unternehmen zu öffnen. Derzeit verhindert die gesetzliche Lage, die für heimische Unternehmen am Dritten Markt die Ausgabe von Namensaktien vorschreibt, die Nutzung dieses Segments. 

Einstiegssegment für Börsengang von KMU öffnen

„Im Dritten Markt wächst man und kommt dann nach einigen Jahren in den Geregelten Markt”, so Boschan. Eine Chance, die ausländische Unternehmen bereits haben. „Sie dürfen am Dritten Markt auch Inhaberaktien begeben”, wie Boschan anmerkt. Das Potenzial an möglichen heimischen Börsengängen im Dritten Segment ist groß: Etwa 18.000 österreichische Betriebe mit jeweils mehr als drei Millionen Euro Umsatz - 4100 davon sind in Wien - kommen laut Ruck dafür in Frage. Dass bei diesen Betrieben auch Interesse am Kapitalmarkt besteht, zeigt eine im Auftrag der WK Wien durchgeführte Makam-Befragung von Wiener Unternehmen. Davon sind 83 Prozent für die Schaffung einfacherer Spielregeln, damit mehr heimische Firmen an die Börse können, um dort Geld von Privatanlegern einzusammeln. Die Hälfte der Wiener Betriebe würde Privatpersonen in ihr Unternehmen investieren lassen.

Einheitliche Ertragsteuer und Spekulationsfrist wieder einführen

Derzeit haben die Österreicher zwar mit 627 Milliarden Euro viel Geld auf der hohen Kante, Aktien halten aber nur zwei Prozent von ihnen. Und nur vier Prozent der gesamten Veranlagungen entfallen auf Aktien. Ruck und Boschan fordern daher, dass die Kapitalertragsteuer (KESt) wieder einheitlich 25 Prozent ausmachen soll. Seit 2016 werden Erträge aus Kapitalmarktinvestments höher, nämlich mit 27,5 Prozent besteuert. „Die Rückführung der KESt auf einheitliche 25 Prozent würde wieder mehr steuerliche Fairness bringen”, so Ruck. Auch die Wiedereinführung einer einjährigen Spekulationsfrist und damit der Entfall der KESt für langfristige Investments könnte wieder mehr Veranlagungen am Kapitalmarkt auslösen, so Ruck und Boschan.

Als weitere Forderungen der WK Wien zur Gewinnung neuer Anleger nannte Ruck die Einführung eines Beteiligungsfreibetrags in Höhe von 100.000 Euro für Privatpersonen, die heimischen Unternehmen frisches Risikokapital zur Verfügung stellen, absetzbar über fünf Jahre. Auch eine Investitionssicherung für Wert- und Beteiligungspapiere bis zu einem Investment von 50.000 Euro (30 Prozent davon werden dem Anleger garantiert) und eine Steuerbefreiung auf Erträge von Unternehmensanleihen bis zu einem Investitionsbetrag von 100.000 Euro könnten helfen, neue Anleger zu gewinnen.

Absetzbetrag für KMU bei Börsengang

Eine größere Rolle am Kapitalmarkt könnten - wie in anderen Ländern - auch Pensionskassen spielen, wenn sie auch mehr Gewicht bei der Altersvorsorge bekommen. Für den Börsengang von KMU will die WK Wien einen Absetzbetrag erreichen, um die finanziellen Einstiegshürden zu senken. Im Steuerrecht sollte es die steuerliche Gleichbehandlung von Gewinnen und Verlusten geben, sowie die steuerliche Abzugsfähigkeit fiktiver Eigenkapitalzinsen, damit das Investment in das eigene Unternehmen nicht steuerlich diskriminiert wird.

Wesentlich sei auch eine Bildungsoffensive - Wirtschafts- und Börsenwissen in Lehrplänen sei essenziell, um später die Chancen am Kapitalmarkt erkennen und nutzen zu können, so Ruck. 

Quelle: Wiener Wirtschaft

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