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Wien geht bei Betriebsimpfungen in die nächste Phase

Start der Impfungen für Mitarbeiter mit Kundenkontakt. Gemeinsames Projekt von Stadt, Wirtschaftskammer Wien und IV Wien.

Erfolge

Seit Anfang des Monats werden in Wien Betriebsimpfungen vorgenommen. In Kooperation mit der Wiener Wirtschaftskammer und der Industriellenvereinigung Wien können Beschäftigte mittels eines eigenen Online-Zugangs von den ImpfkoordinatorInnen ihrer Betriebe für die Covid-19- Schutzimpfungen angemeldet und in einer der Wiener Impfstraßen geimpft werden.

Handel, Gastro und körpernahe Dienstleister an der Reihe

Mit dem heutigen Tag beginnt bei den Wiener Betriebsimpfungen die nächste Phase: wurden bislang Beschäftigte der Kategorie 1 und 4 geimpft – also rund 57.000 Arbeitnehmerinnen, die aufgrund ihrer Tätigkeit besonders exponiert sind, da sie in Kontakt mit Covid-19 Erkrankten oder mit infektiösem Material kommen können bzw. zu deren Jobprofil Dienstreisen gehören, die nicht aufgeschoben werden können, so werden ab heute Termine für ArbeitnehmerInnen der Kategorie 2 freigegeben. Die ersten Impfungen für ArbeitnehmerInnen der Kategorie 2 finden bereits kommende Woche statt.

Kategorie 2 bedeutet, dass diese Menschen in Ausübung ihres Berufs in Kontakt mit KundInnen ohne bauliche Schutzmaßnahmen stehen – das sind beispielsweise Handelsangestellte oder Beschäftigte in der Gastronomie oder in körpernahen Dienstleistungsbetrieben wie FriseurInnen oder FußpflegerInnen. 

Betriebsimpfungen leisten wichtigen Beitrag

„Eine beschleunigte Impfung ist neben flächendeckenden Tests ein wesentlicher Faktor im Kampf gegen die Pandemie. Betriebsimpfungen leisten dazu einen wichtigen Beitrag, um rasche Impferfolge zu erzielen. Deshalb ist es sehr erfreulich, dass wir jetzt mit der Immunisierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Kundenkontakt beginnen können – vor allem auch unter dem Aspekt der nun erfolgten Öffnungsschritte“, sagt Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien,

„Die Wiener Unternehmen wollen ihren Kundinnen und Kunden einen sicheren Aufenthalt bieten und unterstützen daher alle Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie nach Kräften. Als Interessenvertretung der Wirtschaft leistet die WK Wien ihren Beitrag, sei es durch Verteilaktionen von Alles-Gurgelt-Test an Betriebe oder in der gemeinsamen Organisation der Betriebsimpfungen.“ - Walter Ruck 

Infektionsrisiko schrittweise und systematisch senken

Mit unserer mehrdimensionalen Impfstrategie verfolgen wir in Wien das Ziel, das Infektionsrisiko in der Bundeshauptstadt schrittweise und systematisch zu senken. Dafür reicht es nicht, die Vormerkungen nur anhand eines Faktors einfach abzuarbeiten: Wir müssen auch berufliche Risiken berücksichtigen. Viele ArbeitnehmerInnen haben beruflich unvermeidbare KundInnenkontakte. Diese werden mit den zunehmenden Öffnungen immer mehr. Darum freut es mich, dass wir mit der Wirtschaftskammer und der Industriellenvereinigung diese Impfstrategie gemeinsam umsetzen können. Es reicht nicht, die ArbeitnehmerInnen in der Gastronomie und im Einzelhandel zu beklatschen. Darum schaffen wir gerade ihnen ein konkretes Impfangebot, um sich vor einer schweren COVID-19-Erkrakung zu schützen.“, so Gesundheitsstadtrat Peter Hacker. 

Nächster Schritt am Weg zum vollen Wiederhochfahren der Wirtschaft und Industrie

„Die Impfung von Beschäftigten in Kategorie 1 und 4 war ein wichtiger Meilenstein für die Wiener Betriebe“, so Johannes Höhrhan, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Wien. „Insbesondere die Beschränkungen im internationalen Reiseverkehr waren lange ein Hemmschuh für exportorientierte Wiener Unternehmen und jene MitarbeiterInnen, die Kunden oder Niederlassungen im Ausland Presseinformation – Update: Wien impft ArbeitnehmerInnen S.3 betreuen müssen. Tätigkeiten wie Montage, Wartung oder Kundenakquise lassen sich eben nicht oder nur sehr schwer aus dem Home-Office erledigen“, gibt Höhrhan zu Bedenken. „Darum begrüßen wir es sehr, dass Wien als erstes Bundesland Anfang Mai begonnen hat, besonders exponierte Schlüsselkräfte, wie Auslandsreisende, breitflächig zu impfen und gratulieren zur professionellen und effizienten Abwicklung dieser Impfphase.“ Höhrhan weiter: „Mit der Öffnung für Kategorie 2 wird nun der nächste Schritt am Weg zum umfassenden MitarbeiterInnenschutz und zum vollen Wiederhochfahren der Wirtschaft und Industrie gesetzt. Die Industriellenvereinigung steht auch in dieser Phase gerne weiterhin als Partner zur Verfügung.“

Im Juni werden auch Beschäftigte der Kategorie 3 geimpft

Im nächsten Schritt werden mit Anfang Juni Termine für Beschäftigte der Kategorie 3 freigeschaltet, die zwar Kundenkontakte haben, aber durch Maßnahmen – wie Plexiglaswände – über einen baulichen Schutz verfügen. Zur Kategorie 3 zählen u.a. Menschen, die an Schaltern arbeiten wie Bankangestellte oder Beschäftigte in Kartenbüros oder im Empfang. Die ersten Impfungen für ArbeitnehmerInnen der Kategorie 3 finden ab Mitte Juni statt. Zusammen ergibt das rund 200.000 ArbeitnehmerInnen, die ab heute in Wien über die Schiene des Betriebsimpfens ihre Immunisierung gegen Covid-19 erhalten können.

Bereits Anfang Februar wurde allen Wiener Unternehmen angeboten, ihre impfwilligen MitarbeiterInnen diesen fünf Risikokategorien zuzuordnen:

  • Kategorie 1: Erhöhtes Infektionsrisiko bzw. Kontakt mit infektiösem Material – (zB Wartung von medizinischen Geräten in Gesundheitseinrichtungen)
  • Kategorie 2: Direkter persönlicher KundInnenkontakt ohne baulichen Schutz
  • Kategorie 3: Direkter persönlicher KundInnenkontakt mit baulichem Schutz
  • Kategorie 4: Unaufschiebbare/zwingende Reisen ins Auslan
  • Kategorie 5: Kein erhöhtes Risiko durch die Tätigkeit

15.700 Betriebe nehmen bereits teil

Insgesamt ist das Betriebsimpfen in Wien ein großer Erfolg. Es haben sich 15.700 Betriebe mit rund 411.000 Beschäftigten angemeldet. Die organisatorische Vorbereitung hat die Wirtschaftskammer Wien in Abstimmung mit der Industriellenvereinigung Wien übernommen, die Impfungen selbst werden in den Impfzentren der Stadt Wien vorgenommen, sofern der Betrieb nicht groß genug ist (über 300 MitarbeiterInnen) und über die organisatorischen Voraussetzungen eigener Betriebsimpfstraßen verfügt.

Angebote auch Beschäftigte, deren Betriebe nicht teilnehmen

Zwar haben ein Großteil der Wiener Unternehmen von dem Angebot des Betriebsimpfens Gebrauch gemacht und ermöglichen ihren Beschäftigten einen unbürokratischen und priorisierten Zugang zu den Impfungen, aber es haben leider nicht alle Betriebe teilgenommen. Unabhängig davon sind natürlich alle ArbeitnehmerInnen, die in die genannten Kategorien fallen, dem gleichen Risiko ausgesetzt an Covid-19 aufgrund ihrer Berufsausübung zu erkranken. Daher ist es Beschäftigten aus den Branchen Gastro/Tourismus/Kulturschaffende/Körpernahe Dienstleistungen – neben den bestehenden 5 Kategorien der betrieblichen COVID-19- Presseinformation – Update: Wien impft ArbeitnehmerInnen S.4 Schutzimpfungen – ab heute möglich, sich in jeweils eigenen Vormerkkategorien einzutragen und individuell Impftermine zur COVID-19-Schutzimpfung zu buchen. Wer in einem Unternehmen arbeitet, das an der betrieblichen Impfaktion teilnimmt, bucht bitte keinen individuellen Termin über impfservice.wien.

Impfungen des Bundes werden auch in den Wiener Impfstraßen durchgeführt

Zusätzlich werden auch die Impfungen von Großbetrieben bzw. internationalen Organisationen, die vom Bund organisiert und mit Impfstoffen versorgt werden, in den Wiener Impfstraßen durchgeführt. Diese Impfungen werden kommende Woche starten und umfassen rund 50.000 Personen. Die Beschäftigten der Kategorie 5 – also jene ArbeitnehmerInnen, die keinerlei Kundenkontakte haben – können ab der zweiten Juni-Hälfte mit Terminen rechnen.



Impffortschritt in Wien

In der Bundeshauptstadt Wien haben sich bisher insgesamt 962.682 Personen für eine COVID-19- Schutzimpfung vorgemerkt – entweder online über www.impfservice.wien oder telefonisch über das Gesundheitstelefon 1450. Bis inkl. 19. Mai haben 621.606 Personen eine erste Teilimpfung in Wien erhalten. 233.023 Personen davon haben auch die zweite Teilimpfung erhalten und sind damit vollständig immunisiert. Damit haben 30,0 Prozent der Wiener Wohnbevölkerung eine erste Teilimpfung und 12 Prozent auch eine zweite Teilimpfung erhalten. Wenn alle angekündigten Impfstoff-Lieferungen halten, könnten aus jetziger Sicht Ende Juni zwischen 55 und 60 Prozent der Wiener Wohnbevölkerung zumindest die erste Teilimpfung erhalten haben. Wien strebt eine Durchimpfungsrate von zumindest 70 Prozent an. Diese könnte wiederum in der zweiten Julihälfte erreicht sein.


Mit Stand 19. Mai 2021 teilt sich die Durchimpfungsrate nach Altersgruppen (erste Teilimpfung) in der Bundeshauptstadt wie folgt auf:

  • 90 Jahre oder älter: 73% der Wohnbevölkerung
  • 80–89 Jahre: 92% der Wohnbevölkerung
  • 70–79 Jahre: 65% der Wohnbevölkerung
  • 60–69 Jahre: 61% der Wohnbevölkerung
  • 50-59 Jahre: 38% der Wohnbevölkerung 

Zu beachten ist hier, dass in der Altersschiene der Wiener Impfanstrengungen die Termine für die Altersgruppe 50 bis 59 Jahre erst kürzlich geöffnet wurden.

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