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Wiener Wirtschaftskreis: Die Zukunft mitgestalten

Die Wirtschaftskammer Wien will die Zukunft des Wirtschaftsstandorts mitgestalten und hat daher mit dem Wiener Wirtschaftskreis einen Think Tank ins Leben gerufen, der aktuelle Herausforderungen analysieren und Handlungsvorschläge liefern soll, wie man mit ihnen umgeht.

Erfolge

Die Wirtschaftskammer Wien will nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Zukunft des Wirtschaftsstandorts mitgestalten und hat daher mit dem Wiener Wirtschaftskreis einen Think Tank geschaffen, der sich mit jenen Themen befassen wird, die große Veränderungen unserer Gesellschaft und Wirtschaft auslösen”, erklärte Alexander Biach, stellvertretender Direktor der Wirtschaftskammer (WK) Wien, bei der Vorstellung des Wiener Wirtschaftskreises.

Als Mitglieder des interdisziplinären Think Tanks konnten bislang elf Wirtschaftstreibende und Wissenschaftler gewonnen werden, die zu Themen wie Migration oder Digitalisierung Handlungsempfehlungen an die Politik ausarbeiten werden. Vorsitzender des Wirtschaftskreises ist der Mathematiker Rudolf Taschner. Je nach Thema kann der Wiener Wirtschaftskreis auch erweitert werden. Das Thema Digitalisierung, das der WienerWirtschaftskreis aufgegriffen hat, sei „natürlich  ein naheliegendes erstes Betätigungsfeld, weil es in allen Lebensbereichen spürbar ist, viele Chancen bietet, aber auch viele Ängste auslöst”, erklärte Biach.

Das zeigte auch der Historiker Philipp Blom in seiner Key Note: Die Digitalisierung stelle westliche Demokratien vor große Herausforderungen, betonte Blom. Laut Prognosen könnten durch Roboter und lernfähige Systeme bis zu 50 Prozent der Lohnarbeit verschwinden. Big Data könnte das Ende der Privatsphäre bedeuten, eröffne Möglichkeiten der totalen Überwachung und werde in der Volksrepublik China bereits für Sozialkreditsysteme genutzt.

Ein Sozialkreditsystem ist ein auf private und staatliche Datenbanken zugreifendes Online-Rating- bzw. Scoring-System, in das beispielsweise das Strafregister, die Kreditwürdigkeit und das soziale und politische Verhalten von Personen, Unternehmen und Organisationen einfließen und bewertet werden. An das Ranking können dann Belohnungen oder Bestrafungen geknüpft werden, z.B. die Höhe von Steuern, die Vergabe von Ausbildungsplätzen, Beförderungen, Reisemöglichkeiten, die Teilnahme an Ausschreibungen und vieles mehr. China will so ein System bis 2020 auf nationaler Ebene in Betrieb nehmen, in mehreren chinesischen Städten wird es bereits erprobt.

Neu überdacht werden müsse auch das Steuersystem, so Blom, wenn ein Großteil der Arbeit von Robotern und nicht mehr von Menschen verrichtet werde. Und man müsse klären, ob es ein arbeitsloses Grundeinkommen geben solle und welche Aufgaben Menschen ohne Arbeit dann in der Gesellschaft haben. Dazu müsse man „vorausschauend transformieren”, die Veränderung nicht fürchten, sondern sie gestalten, betonte Blom.

Dieser Aufgabe will sich der Wiener Wirtschaftskreis stellen: „Wir müssen uns überlegen, wie die Gesellschaft dann aussehen wird”, erklärte Taschner. Denn die Digitalisierung könne große Gewinne bringen - „nicht nur für einzelne, sondern für die gesamte Gesellschaft”, ist Taschner überzeugt und stellte fünf Rahmenthesen samt Handlungsvorschlägen vor, mit denen der Digitalisierung begegnet werden sollte.

Erste Empfehlungen zum Thema Digitalisierung

  • Zeit ist laut Taschner ein entscheidender Faktor bei der Digitalisierung: Die Veränderung des Systems läuft viel schneller ab als bei allen bisherigen Wirtschaftsrevolutionen. Die politischen Entscheidungsträger müssen daher laut Taschner einen Rahmen schaffen, in dem die Chancen der Digitalisierung ideal genutzt und die Risiken minimiert werden. Dazu müssen auch Wege gefunden werden, die Veränderungsakzeptanz der Gesellschaft zu erhöhen, gleichzeitig müsse die Weiterentwicklung der Digitalisierung reguliert werden.

  • Zweitens müsse die Gesellschaft Verständnis entwickeln, wie die Systeme arbeiten und was sie benötigen. Die Digitalisierung und viele damit zusammenhängende Effekte seien nicht aufzuhalten, so Taschner. Nur wenn man die Entwicklungen verstehe, könne man Chancen nutzen. Es müssen aber auch Verhaltensgrundsätze formuliert werden - wie Menschen und lernende Maschinen in Zukunft zusammenleben und -arbeiten. 

  • Drittens müssen laut Taschner Kompetenzen entwickelt werden, damit der Einzelne und die gesamte Gesellschaft von digitalen Möglichkeiten profitieren können. Hier seien vor allem die Bildungssysteme gefordert - ein breites Angebot zur digitalen Bildung müsse die Teilnahme möglichst vieler Menschen an digitalen Entwicklungen sichern. 

  • Viertens bringe die Digitalisierung ungeahnte Möglichkeiten in der Kommunikation, auch von Systemen. Anstehende globale Themen brauchen aber gemeinsame Strategien und ein politisches Instrumentarium. Daher sei Systemoffenheit eine der wichtigsten Rahmenbedingungen für die erfolgreiche Digitalisierung: Regulierungen und Normen dürfen nicht lokal oder regional sein. Digitalisierung ist laut Taschner ein globales Thema, dem auch großflächig begegnet werden müsse. Ebenso sei es wichtig, die einzelnen Systeme miteinander kommunizieren zu lassen - die Schnittstellen Mensch und Maschine seien ebenso wichtig wie jene zwischen Maschinen.

  • Fünfter Punkt sei das Thema Sicherheit. Denn je weiter die Digitalisierung fortschreitet, umso mehr Daten werden verfügbar und vernetzt. Aktuelle Entwicklungen zeigen laut Taschner, dass Ängste vor Missbrauch und Kontrollverlust nicht unbegründet sind. Es seien daher Regeln und effektive Kontrollen nötig, um Sicherheit zu gewährleisten und die Privatsphäre zu schützen. Nutzer brauchen aber auch ein stärkeres Risikobewusstsein.

„Die Digitalisierung stellt nicht nur eine besondere Herausforderung für Wirtschafsstandorte und Arbeitsmärkte dar, sondern könnte unsere Vorstellung dieser Begriffe nachhaltig und stark verändern”, sagte Biach. Der Wiener Wirtschaftskreis werde sich daher weiter intensiv mit dem Thema befassen und spezifische Thesen für den Standort Wien erarbeiten.

Quelle: Wiener Wirtschaft

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